Ein Traum von einem Mann

19 Mai

„Kann ich dir behilflich sein?“
„Nein, lass nur, Schatz. Ich habe dir versprochen, für dich zu kochen. Und die Zubereitung geht schnell.“ Vincent spürte Isabells Hand im Nacken. „Ich muss vorsichtig sein, Schatz. Schließlich hantiere ich hier mit einem ziemlich großen Messer.“ Er drehte den Kohlkopf zurecht und teilte ihn mit drei kräftigen Schnitten in Viertel.

„Ich kann es kaum noch abwarten“, flüsterte ihm Isabell ins Ohr.
„Hast du so großen Hunger?“
„Das auch.“
Vincent lachte. „Du hast dir Schmorkohl gewünscht, als ich dir erzählte, dass ich ihn immer für meine Mutter koche.“
Isabell strich ihm mit den Fingerspitzen durchs Haar und küsste ihn sanft auf den Hals. Dann schmiegte sie sich an ihn, während er den Strunkansatz aus den Kohlvierteln entfernte und diese dann in feine Streifen schnitt.

„Begleitest du mich zur Spüle, Bell?“
Er wusch die Streifen in einem Sieb unter fließendem Wasser. Dabei spürte er Isabells zarte Hände unter seinem Shirt. Sie streichelte ihm erst den Rücken, dann presste sie ihren schlanken Körper gegen den seinen und spielte mit seinen Brustwarzen.
Vincent genoss es, ihren festen Busen im Rücken zu spüren und spülte den Kohl etwas länger als gewöhnlich. Die Wärme ihrer Hüften übertrug sich auf ihn. Er musste sich zusammenreißen, sollte es heute noch etwas zu essen geben.
Ein Spritzer mit dem kalten Wasser genügte, um Bell von ihm zu trennen. Vincent drehte das Wasser ab und schlüpfte an ihr vorbei zum Herd.

Er heizte die Kochplatte auf starker Hitze an, stellte eine große Schmorpfanne darauf und goss Sonnenblumenöl hinein. „Das wird eine heiße Sache.“
„Du bist heiß“, hauchte Isabell und steckte ihre Hand unter seiner Mickey-Maus-Schürze in seine Hose.
Unter dem Spiel ihrer Finger reckte sich sein Glied in die Höhe. Die Hitze stieg ins Unerträgliche. Der Kohl musste in die Pfanne.

Während er kräftig rührte, erhitzte Vincent eine zweite Pfanne. Isabell schob ihn ein Stück vom Herd weg und kniete sich vor ihm hin.
„Vorsicht, Schatz, das könnte spritzen.“
„Soll es doch“, erwiderte sie, schob ihren Kopf unter die Schürze und zog an dem Reißverschluss.
Reis wäre auch eine Alternative gewesen, dachte Vincent und kippte das Gehackte in die zweite Pfanne.

Der kräftige Geruch des Fleisches mischte sich unter den deftigen Kohlgeruch. Außerdem duftete es nach Isabells Parfüm und seinem Schweiß. Hier vereinen sich meine beiden Leidenschaften, dachte er und gab das Fleisch zum Kohl.

Beim Würzen ging einiges daneben, denn Zunge und Zähne Isabells schmeckten sein Glied nach allen Regeln der Kunst ab. Vincent musste sich am Herd festhalten, was es ihm nicht leicht machte, die dritte Pfanne anzuheizen. Glücklicherweise hatte er die gekochten Kartoffeln bereits geschält und in Scheiben geschnitten bereit stehen.

Vincent betrachtete Isabell von oben. Ihr Rücken bog sich in einer perfekten Rundung zu dem traumhaften Ansatz ihres süßen Hinterns, der aus ihrer Jeans hervorlugte. Der Anblick des auf der Schulter liegenden kastanienbraunen Haars entführte seine Hand vom Regler am Herd. Wie in die Wogen des Meeres tauchten seine Finger in die Wellen ihres Schopfes. Isabell tauchte auf, riss ihm das Shirt mitsamt der Schürze vom Leib und kostete die Knospen seiner Brust. Vincent hantierte an ihrer schmalen Taille vorbei mit den Pfannen.

Isabell erschrak, als er den Schmorkohl mit Brühe aufgoss. Ein kurzes Zucken nur, ein Augenblick des Erschauerns, dann berührten sich ihre Lippen. Der süße Geschmack verlieh den Düften, die vom Herd aufstiegen, eine eigenartige Note.

Vincent hatte jetzt die Hände frei. Er drängte Isabell zu der kleinen Eckbank. Sie ließen sich fallen.
„Du bist der Größte, Vincent. Ein wahrer Traum von einem Mann.“

Es klingelte. Vincent sprang auf, Isabell verschwand aus der Küche.
„Nicht jetzt“, stöhnte Vincent. Er zog sich das Shirt wieder an, zog den Reißverschluss der Hose zu, warf einen prüfenden Blick in die Pfannen und ging zur Wohnungstür.

„Hallo, Vincent.“
„Hallo, Mutter. Du bist zu früh.“
„Ist das Essen noch nicht fertig? Oder hast du etwa Besuch?“ Frau Lone schaute ihn prüfend und zugleich hoffnungsvoll an.
„Ja … ich meine, nein. Ich meine: Ja, das Essen ist gleich fertig, nein, ich habe keinen Besuch.“
Frau Lone seufzte. „Du hast wohl wieder geträumt, was?“

 
 
Text: Philipp Bobrowski
Coverillustration: Lukyanov Mikhail
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