Archiv | Dezember, 2009

Falschgeld

23 Dez

Mut!

19 Dez
Foto: photobank.ch

Foto: photobank.ch

Mut ist, wenn ein Mann morgens um vier stockbesoffen seine wütende, mit einem Besen bewaffnete Frau fragt: „Bist du am Putzen oder fliegst du noch weg?“

Verfasser: mir zumindest unbekannt

Der Anschlag

16 Dez

Cover: Der Anschlag

Heute wird es mit Glucken-Gudrun zu Ende gehen. Und ich, Curry-Curd, werde der lachende Sieger sein.

Das wurde aber auch Zeit. Noch ein paar Tage und ich bin pleite. Letzte Woche habe ich nur fünfzehn Würste verkauft. Fünfzehn! Alles Gudruns Schuld. Für zwei Imbissbuden ist der Parkplatz einfach zu klein.

Am liebsten wäre ich heute früher zur Arbeit gefahren. Aber keine Leichtsinnsfehler. Bloß nicht auffallen.
Dabei hatte ich es anfangs auf die friedliche Tour versucht. Wenn die Kunden Hähnchen wollen, sollen sie die nicht nur bei dem Hühnchen bekommen, hatte ich gedacht. Hab mir extra so ein Grillteil gekauft. Fehlanzeige. Die Leute liefen weiter zu Glucken-Gudrun.
„Weil du immer so mürrisch bist“, hat meine Erna gesagt. „Nicht so freundlich wie die Gudrun.“
Hat sie ja vielleicht recht. Die ist wirklich so. Sogar zu mir.
Neulich hat sie mir ein Hähnchen geschenkt. Als ob ich das wollte. Oder die Kiste Ketchup, die mit lieben Grüßen vor meiner Imbissbude stand. Ich will ihre Almosen nicht. Und ihre mitleidigen Blicke kann ich auch nicht mehr ab. Wenn sie denn mal die Zeit hat, sie mir zuzuwerfen.

Aber heute fliegt ihr der Ketchup um die Ohren. Habe den Zeitzünder auf Punkt neun gestellt. Gerade, wenn ich wie jeden Morgen meine Bude aufschließe. Das Schauspiel will ich mir doch nicht entgehen lassen.
War nicht leicht den ganzen Kram zu besorgen. Da soll noch mal einer sagen, dass ich nichts auf die Reihe kriege. Und dann ist es aus mit Gudruns Glück. Die hat sowieso viel zu viel Schwein gehabt.
Wenn ich nur an die Kakerlaken denke. Ich schleich mich nachts an die Gluckenbude ran und krieg erst am nächsten Morgen mit, dass die Alte alles ausgeräumt hat und ne Woche Urlaub macht. Die Viecher haben überhaupt nichts zu fressen gefunden. Klar, wo die weitergesucht haben.
Oder als ich ihr die Kühltruhe ausgeräumt habe. Kommt doch am nächsten Tag die Hygiene und stellt Salmonellenbefall an Gudruns Hähnchen fest. Nur dass die jetzt in meiner Truhe waren. Da konnt ich erst mal zumachen.
Aber damit ist jetzt Schluss. Hab ihr die Bombe in einer Ketchupkiste in den Wagen geschmuggelt. Wenn sie diesmal wieder Glück hat, geht sie nicht dabei drauf.

Zwei vor neun. Ich bin pünktlich wie die Feuerwehr. Aber die wird heute zu spät kommen. Noch steht die Gluckenbude. Gudrun winkt mir zu. Ich winke zurück. Vor meiner Bude steht eine Kiste Ketchup.
Ein Zettel: „Ich hab eine zuviel. Vielleicht kannst du sie brauchen. Liebe Grüße, Gudrun.“

Coverfoto: Paul-Georg Meister / Pixelio (www.pixelio.de)

Hilfe für Liebhaber von Kratzbürsten

12 Dez

Warmduscher steht auf seine „Kratzbürste“

Wie die Blöff am Sonntag berichtet, gibt es in Deutschland tatsächlich noch Beispiele für Männer, die Probleme zu Hause selbstständig in den Griff bekommen.
R. Ücken, 44, aus Bad Wanne sei ein solcher Fall. „Es gab Probleme mit meiner Kratzbürste, wie ich sie gerne nenne. Von Tag zu Tag wurde es schlimmer. Eigentlich nicht ungewöhnlich. Jahrelang, tagein, tagaus, das stumpft ab!“
Doch der Bademeister, der auch gerne duscht („Nur warm!“), hat sie nicht abgeschrieben und sich entschlossen, zu handeln. Über Wochen hat er sie bearbeitet. „Ganz sanft habe ich die Feile angesetzt. Jetzt ist sie wieder borstig.“
Seitdem könne er sie wieder richtig genießen, seine Kratzbürste. „Der Rücken gehört geschrubbt, sag ich immer.“
Und weil R. Ücken nicht nur an seine eigene Kehrseite denkt, hat er die Internetseite http://www.kratz-dich.da ins Leben gerufen, auf der er allen enttäuschten Liebhabern von Kratzbürsten eine Anleitung zur Verfügung stellt, die das Gerät wieder richtig zum Scheuern bringt.

Allein

9 Dez
Foto: Geanina Bechea

Foto: Geanina Bechea

Jetzt habe ich Dich endlich doch noch gefunden,
nun bin ich wohl nie mehr mit mir ganz allein.
mit Dir bin ich immer und ewig verbunden,
Du wirst mir Hilfe und Trost immer sein.

Denn Du kannst mir schließlich die Langweil vertreiben,
wo immer ich weile, egal welcher Ort,
ich musste ja in Deinem Netz hängen bleiben,
Du hast bei Trauer das richtige Wort.

Und habe ich Sorgen, die mir ganz alleine
zu groß wohl erscheinen, so denk ich an Dich,
und ich in die reizenden Hörmuscheln weine,
Du schenkst Gehör mir, oft rettest Du mich.

Und habe ich mitteilenswerte Gedanken,
Erlebnis, mag gut oder böse es sein,
erfühle, ertaste Dich ganz ohne Schranken,
Du bist mein Handy, lässt mich nie allein.